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Schutzausrüstung

Die persönliche Schutzausrüstung

„Die gute alte Zeit“
Früher wurde die Feuerwehr - nicht nur in Birsfelden - vor allem zu Bränden gerufen. Der Begriff der Hilfeleistung und die Tatsache, dass Feuerwehren nicht nur zum Feuerlöschen eingesetzt werden können, war damals unbekannt. Noch zu Beginn der 50er Jahre bestand die persönliche Ausrüstung eines Feuerwehrmannes in Birsfelden lediglich aus einer Brandschutzjacke und einem Stahlhelm. Handschuhe wurden, wenn überhaupt, einige wenige auf den Einsatzwagen mitgeführt und Stiefel brauchte es nicht, weil ohnehin jeder Arbeiter über hohe Schuhe verfügte...

Überdies wurde die eigene Sicherheit - für heutige Verhältnisse undenkbar - sträflich vernachlässigt. Zum Innenangriff im Brandeinsatz wurde mangels Atemschutzgeräten einfach mit einem nassen Rauchschwamm vor dem Mund oder dem zwischen den Lippen eingeklemmten Schnurrbart vorgegangen!

Erste Fortschritte
Als die neuartigen Teled-Jacken und -Hosen in den späten 60er Jahren aufkamen, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Birsfelden die Feuerwehrleute derartig ausgerüstet in den Einsatz konnten. Die Arbeitskleidung bestand aus einer schwarzen Latz-Brandhose mit aufgedruckten Reflexstreifen und einer ebensolchen Brandjacke mit Innenfutter. Zusammen mit dem damaligen, weissen Kunststoffhelm hatte der Feuerwehrmann die Gewähr, standesgemäss und sicher ausgerüstet zu sein.

Auch in Bezug auf die Atemschutzausrüstung machten sich Verbesserungen bemerkbar. Erste Pressluftatmer vom Typ AGA 224 (Zweiflaschengerät) wurden angeschafft. Welch Quantensprung in der Brandbekämpfung - zusammen mit den nun aufkommenden Tanklöschfahrzeugen war man schon einen grossen Schritt weitergekommen!

Neuartige Brandschutzausrüstung für mehr Sicherheit
Die Forschung blieb auch auf dem Gebiet der Brandschutzbekleidung nicht stehen. So wurde in den 80er Jahren intenstiv nach feuerhemmenden/feuerfesten Geweben geforscht und in der NOMEX-Faser schliesslich auch gefunden. Auf die Hauptübung 1989 konnte die Birsfelder Feuerwehr die ersten NOMEX-Brandjacken übernehmen. Die neuen Einsatzjacken hatten im Gegensatz zu den alten schwarzen Teled-Jacken eine orange Farbgebung, was eine bessere Sichtbarkeit bei den vermehrten Einsätzen auf Autobahnen und Strassen bedeutete. In einem zweiten Schritt wurden auch die Teled-Brandhosen gegen NOMEX-Kombis ausgetauscht. Auch diese waren orange und komplett mit dem feuerfesten Gewebe und mit Reflexstreifen ausgerüstet.

Praktisch gleichzeitig erfolgte der Wechsel vom weissen Kunststoffhelm zu einem neuartigen amerikanischen Feuerwehrhelm aus glasfaserverstärktem Kunststoff GFK, nachdem es bei Einsätzen zu Abschmelzungen an den weissen Helmen gekommen war. Der neue Helm des Fabrikats SAFECO 911 wurde durch die Feuerwehr Birsfelden erstmals in der Schweiz eingesetzt und verfügte über ein abklappbares Visier, ein Ausrüstungsdetail, das heute an allen Helmen zu finden ist. Als Erkennungsmerkmal wurden alle Helme mit einer formschönen Messingplakette versehen, welche das Emblem der Birsfelder Feuerwehr trägt - den Füürgüggel (Die Plakette ist übrigens im Fan-Shop käuflich zu erwerben!). Zudem wurden die Helme erstmals in drei verschiedenen Grundfarben beschafft: Rot für Offiziere und Einsatzleiter; limeyellow für Gruppenführer/Atemschutzgeräteträger und weiss für Soldaten und Rekruten.

Auch auf dem Gebiet des Atemschutzes hat sich einiges getan. Mit Indienststellung des Tanklöschfahrzeuges „BLITZ“ im Jahre 1987 wurden die AGA-Zweiflaschengeräte gegen leichtere und einfacher zu bedienende Einflaschen-Pressluftatmer des Typs Interspiro IS-140 ausgetauscht.

Ein neuer Helm
Nachdem es an einer Atemschutzübung in einem Brand-Übungscontainer zum Abschmelzen von Helmteilen und dem Visier gekommen ist, wurde für das Jahr 1997 eine Neubeschaffung der amerikanischen Helme budgetiert. Aus einer Abwägung von Vor- und Nachteilen zwischen verschiedenen Produkten ging schliesslich der neuartige Helm Firepolice PF 1000 AC des Fabrikats Casco hervor. Ausgestattet mit integriertem Visier, stufenlos verstellbarer Kopfbänderung, aluminisiertem Nackenschutz und nachleuchtender Aussenschale aus PET-G mit Glasfaserarmierung ist der Helm trotzdem enorm leicht (rund 960 g). Die Feuerwehr Birsfelden gehörte mit der Feuerwehr Rheineck zu den ersten Feuerwehren der Schweiz, die ihre Mannschaft mit derartigen Helmen ausrüstete.

Alles hat ein Ende - Ersatz der NOMEX-Ausrüstungen
Jede Ausrüstung ist früher oder später verschlissen und verbraucht. Neben den rund 100 bis 120 Ernstfalleinsätzen pro Jahr, wo die Arbeitskleider Hitze, Rauch und Feuer, aber auch Wasser, Dampf, Ölen, Fetten und Glasscherben ausgesetzt sind, werden die Kleider auch bei den diversen Übungen getragen. Nach über 10 Jahren Einsatzdauer sind die orangefarbenen NOMEX-Jacken und -Brandkombis nunmehr zum Ersatz vorgesehen. Ein Test am Thermoman der Firma DuPont (Hersteller des NOMEX-Gewebes) anlässlich der internationalen Feuerwehrfachmesse INTERSCHUTZ in Augsburg im Juni 2000 zeigte deutlich, dass mit der bisherigen Ausrüstung ein Innenangriff ein Risiko ist. Besonders im Falle einer Rauchgasdurchzündung (Flashover) müsste mit massiven Verbrennungen 2. und 3. Grades vor allem an den Beinen und am Unterleib gerechnet werden. Dabei zeigte sich aber auch, dass vor allem die Brandkombis derart schlechte Schutzwirkungen aufweisen, dass sie unbedingt sofort ersetzt werden müssen. Die Jacken hingegen können noch 1-2 Jahre benützt werden.

Deshalb wurde unverzüglich eine Beschaffungskommission eingesetzt, die sich mit der Evaluation neuer Brandkombis und -Jacken befasste. Nach einem politischen Zwischenspiel konnten die neuen Kombis schliesslich im Jahre 2001 bestellt werden. Speziell an dieser Arbeitskleidung ist neben der flammfesten Ausführung vor allem die Farbe - khakibraun mit schwarzen Einsätzen, die bei Anstrahlung silbern reflektieren! Ausserdem sind die neuen Brandkombis mit Knieschutzpolstern versehen, was gerade beim Innenangriff oder bei Hilfeleistungen sehr angenehm ist. Die neuen Kombis haben sich in verschiedenen Einsätzen bereits bewährt.

Premiere: Neue Brandjacken mit integriertem Rettungsgurt
Im November 2003 wurden die neuen Brandschutz-Jacken ausgeliefert. Diese Schutzbekleidung entspricht den neuesten EN-Normen und verfügt erstmals über einen integrierten Rettungsgurt. Dieser in der Jacke eingenähte Gurt ersetzt den bisher über der Schutzkleidung getragenen Rohrführergurt. Die neue Brandjacke passt farblich zum bereits 2001 beschafften Brandkombi und ist rückseitig nunmehr endlich mit einem "Feuerwehr"-Schriftzug auf einem reflektierenden Aufdruck versehen. Mit den bisherigen, orangen Nomex-Jacken ohne Aufschrift waren die Feuerwehrleute - gerade bei Einsätzen auf der Autobahn - nicht immer klar erkenntlich. Überhaupt wird bei der neuen Schutzjacke die Sicherheit gross geschrieben: verschiedene Warnstreifen in nachleuchtender und reflektierender Ausführung und eine separate, von aussen zugängliche Eingrifftasche für ein persönliches Rettungsmesser sind nur einige Merkmale dieser Brandjacke neuester Generation. Für den persönlichen Komfort sorgen viele Taschen innen und aussen an der Jacke, in denen Kleinmaterial wie Latex-Handschuhe, Schreibzeug und Faltkarten-Reglemente sicher aufgehoben ist.

Mit dieser Schutzbekleidung ist die Feuerwehr Birsfelden wieder einmal der Zeit voraus: als erste Feuerwehr in der Region Nordwestschweiz hat Birsfelden alle Feuerwehrangehörigen mit einer Brandjacke mit integriertem Rettungsgurt ausgerüstet. Die neuen Jacken haben sich mittlerweile in Dutzenden von Einsätzen und kantonalen Kursen im ifa (
interkantonales Feuerwehrausbildungszentrum, Balsthal) hervorragend bewährt.

Neue Arbeitsbekleidung
Wurden bisher Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen, Übungen und Kurse in einem grauen Baumwoll-Arbeitskombi durchgeführt, konnte 2002 auch hier eine schrittweise Ersatzbeschaffung durchgeführt werden.

So erhält jeder Angehörige der Feuerwehr (AdF) eine blaue Stoffhose mit Knieverstärkung und einen Langarmpullover mit Rückenbeschriftung. Der Schriftzug „Feuerwehr Birsfelden“ ist rückseitig in weiss aufgedruckt, während auf der linken Vorderseite das Füürgüggel-Emblem angebracht ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass die AdF ein kurzarm T-Shirt mit gleichen Aufdrucken selber erwerben können.

Vollständige Schutzausrüstung für alle Feuerwehrleute
Damit erhält jede/r AdF - auch Frauen gehören mittlerweile zur Equipe - die folgende persönliche Ausrüstung von der Gemeinde zur Verfügung gestellt:

-         Arbeitsbekleidung bestehend aus blauer Hose mit Pullover

-         Brandschutzausrüstung bestehend aus Brandjacke, Brandkombi, Stiefel, Rohrführergurt, Helm, NOMEX-Kopfschutzhaube („Kopfpariser“) und einem Paar Handschuhen

Alles in allem Ausrüstung im Werte von über Fr. 2'000.-- pro Person! Mit dieser Schutzbekleidung ist es möglich, den Einwohnerinnen und Einwohnern auch in den brenzligsten Situationen Hilfe zu leisten.