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Feuerwehr Birsfelden einst und heute

Inspektionsbericht 2002
 

Schwere Anfangszeit
Die Feuerwehr Birsfelden wurde als Pompiers-Corps im Jahre 1874 gegründet, im Vorfeld der Trennung von der jetzigen Nachbargemeinde Muttenz im Jahre 1875. Die Feuerwehr ist also streng genommen sogar ein Jahr älter als die Gemeinde Birsfelden!! Anfangs verfügten die Pompiers nicht einmal über eine Spritze. Eine funktionierende (!) Pferdezug-Handdruckspritze konnte erst im Jahre 1879 angeschafft werden. Sie ist noch heute erhalten und gehört dem Feuerwehrverein Birsfelden. Im Vergleich zu einer relativ grossen Anzahl Mitglieder des Pompier-Corps stand damals für die Brandbekämpfung eher wenig und bescheidenes Material zur Verfügung. Neben der Handdruckspritze waren ein Handwagen für das Rettungscorps, zwei Hydrantenwagen, ein Leiternwagen sowie einiges Schlauchmaterial und Wenderohre vorhanden. Ausser der Pferdegezogenen Löschspritze mussten die schweren Schlauch- und Leiternwagen von den Feuerwehrleuten selbst auf den Brandplatz gezogen werden, so dass das Corpsmaterial viel zu spät zum Einsatz kam und die tapferen Pompiers bei ihrer Ankunft schon "ausgepumpt" waren...

Ein Cadillac bei der Feuerwehr
Ein ganz besonderer Meilenstein war der Kauf des ersten Motorfahrzeuges gegen Ende der 40er Jahre. Es handelte sich dabei um eine 6-plätzige Cadillac-Herrschaftslimousine. Am 3. Januar 1939 nachmittags um 2 Uhr nahmen 3 Gemeindevertreter einen Augenschein vor. Im Protokoll stand zu lesen: "... Das Automobil für den Pikettdienst wird vorgeführt. Das Gerät befriedigt sehr und es wird der Ankauf zu Handen des Gemeinderates beantragt...". So kam die Birsfelder Feuerwehr zu einem Cadillac aus den 20er Jahren, für den heutige Liebhaber fünfstellige Summen auslegen würden. Die Motorleistung des 8-Zylinder-Motors betrug beachtliche 29 PS. Birsfelden bezahlte Fr. 900.-- für das Fahrzeug. Hinzu kamen Umbaukosten von ca. Fr. 3000.--. Der Umbau zum Feuerwehrwagen erfolgte in der Schlosserwerkstatt des damaligen Feuerwehrkommandanten Karl Hipp. Umgebaut führte der Cadillac neben 4-5 Mann Besatzung eine für damalige Verhältnisse geradezu üppige Ausrüstung mit. Verladen waren u.a. 4 Kreislauf-Atemschutzgeräte, 4 Strahlrohre, 2 Eimerspritzen, 1 Sanitätstornister, 2 Petrolgas-Scheinwerfer, 1 Sprungtuch, 200 m Schlauchmaterial und 1 Auszugsleiter auf dem Fahrzeugdach! Schon damals war die Feuerwehr Birsfelden damit anderen Pompiers-Corps einen grossen Schritt voraus.
Wegen Platzmangel musste der Cadillac 1965 das Feuerwehrdepot verlassen. Er findet vorübergehend bei einer Tankstelle Unterschlupf, danach in einem benachbarten Privatschopf. Das Schicksal wollte es, dass das Altgediente Fahrzeug selbst den Flammen zum Opfer fiel, als dieser Schopf mitsamt allen eingestellten Fahrzeugen 1967 komplett niederbrannte.

Das erste Tanklöschfahrzeug
Auch Ende der 50er Jahre übernahmen die Birsfelder wiederum eine Pionierrolle. Die gesteigerten Anforderungen an die Feuerwehr und die rasch fortschreitenden, technischen Entwicklungen zeigten, dass ein wirksames Pikettfahrzeug (Ersteinsatzfahrzeug) in Lastwagengrösse erforderlich war. Dies bestätigte auch das Studium der amerikanischen und englischen Fachliteratur sowie Besuche bei deutschen und französischen Feuerwehren. So wurde im Jahre 1957 erstmalig in der Nordwestschweiz - und als zweites derartiges Einsatzfahrzeug in der ganzen Schweiz! - ein Tanklöschfahrzeug angeschafft. Die hierfür erforderliche Kaufsumme von Fr. 80'000.-- wurde in der Gemeindeversammlung diskussionslos bewilligt!
Als Grundlage für das neue Pikettfahrzeug dienste das deutsche Normfahrzeug TLF 16. Beschafft wurde ein TLF auf einem Mercedes-Chassis mit Allradantrieb. Die löschtechnische Ausrüstung umfasste einen eingebauten Wassertank von 2400 Litern Fassungsvermögen, eine Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 2800 Litern/Minute und die direkt mit der Pumpe verbundene Schnellangriffseinrichtung. Letztere war damals eine absolute Neuheit, mittlerweile ist diese Einrichtung Bestandteil in vielen modernen Feuerwehrfahrzeugen. Das auf den Namen "Donner" getaufte Fahrzeug rückte in den zurückliegenden Jahrzehnten zu unzähligen Einsätzen aus, auch in umliegende Gemeinden! Noch heute ist der Tanklöschwagen der ersten Stunde in sehr gutem Zustand erhalten. Der "Donner" gehört heute dem Feuerwehrverein Birsfelden, wo er von ehemaligen Feuerwehrleuten gehegt und gepflegt wird. Das TLF ist noch voll einsatzfähig, was hie und da bei Ausfall der modernen Technik ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist!

Weitere Entwicklung
Die Sorge um die Sicherheit der Gemeinde aufgrund der vom immer grösser werdenden Hafengebiet und der damit drohenden Gefahr eines Tanklagerbrandes führte im Jahre 1963 schliesslich zur Anschaffung eines zweiten Tanklöschfahrzeuges, welches auf den Namen "Blitz" getauft wurde. Dieser Einsatzwagen ist heute leider nicht mehr erhalten, er wurde 1987 durch einen modernen Nachfolger - der ebenfalls den Namen "Blitz" erhielt - ersetzt.
Die weitere Entwicklung der Gemeinde war natürlich auch für die Feuerwehr Birsfelden prägend. Zu Beginn der 60er Jahre nahm die Motorisierung sprunghaft zu. Autobahnen und Schnellstrassen wurden gebaut. Direkte Folge davon war die Beschaffung eines Pionierfahrzeuges, zumal der gute alte Cadillac langsam aber sicher veraltet war. 1966 konnte die Feuerwehr Birsfelden einen nagelneuen Mercedes-Unimog in Dienst stellen. Die Ausrüstung umfasste Kettensägen, Trennscheiben, Seilzugapparat, Seilwinde und weitere schwere Hilfsmittel.
Als gegen Mitte der 60er Jahre die ersten Hochhäuser gegen den Himmel emporwuchsen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Feuerwehr eine Autodrehleiter in den Dienst stellen konnte. Im Jahre 1967 war es dann soweit: die neue hydraulische 30 m-Drehleiter wurde feierlich auf den Namen "Stern" getauft und in den Einsatzdienst übernommen.

Feuerwehr Birsfelden heute
Heute ist die Birsfelder Feuerwehr eine moderne, schlagkräftige Ortsfeuerwehr mit einem Bestand von knapp 50 Personen, darunter eine Frau. Geprägt von den zusätzlichen Risiken des nahen Rheinhafens, der meistbefahrensten Autobahnstrecke der Schweiz (Autobahn A2 zwischen Basel und Pratteln) und der chemischen Industrie werden aber zusätzliche Gerätschaften bereitgehalten und die Feuerwehrleute speziell geschult.

Zusatzaufgaben
Die Feuerwehr Birsfelden ist seit Anfang 1974 kantonaler Ölwehrstützpunkt. Neben der Ölwehr Birsfelden wurden auch die Feuerwehren von Sissach und Laufen als Ölwehrstützpunkte bezeichnet. Somit rücken die Birsfelder auch zu Unfällen mit Mineralölprodukten (Diesel, Heizöl, Benzin etc.) aus. Zuständig ist die Birsfelder Ölwehr für den unteren Teil des Kantons Basel-Landschaft, d.h. von Schönenbuch bis zur Hülftenschanz bei Pratteln. Zur Bewältigung von Ölunfällen stellt der Kanton zusätzliche Gerätschaften zur Verfügung: 2 Ölwehrfahrzeuge, davon eines mit eingebautem Ölbindersilo, 200 m-Ölsperre, 1 Ölwehrboot auf dem Rhein.

Von 1999 bis Ende 2004 war die Feuerwehr Birsfelden zudem Autobahnstützpunkt und verfügte zur Wahrnehmung dieser Spezialaufgabe ebenfalls über einiges Spezialgerät. Zu nennen wären beispielsweise das schwere Pionierfahrzeug mit Kran, das mit hydraulischen Rettungswerkzeugen ausgerüstet ist. Zudem verfügte die Feuerwehr Birsfelden über 8 Langzeit-Atemschutzgeräte des Typs Travox 120, die Einsätze in Tunnelanlagen ermöglichen. Diese Geräte wurden im Rahmen eines speziellen Einsatzkonzeptes im ganzen Kanton Basel-Landschaft zum Einsatz gebracht. Ernstfallmässig mussten diese Atemschutzgeräte in Autobahntunneln zum Glück nie eingesetzt werden.

Die Aufgaben als Autobahnstützpunkt wurden im Rahmen einer Aufgabenprüfung und Neuorientierung an den Kanton Basel-Landschaft zur Neuvergabe zurückgegeben. Das Pionierfahrzeug mit Kran und auch die hydraulischen Rettungsgeräte werden zur Zeit weiterverwendet; die Travox-Geräte hingegen werden abgestossen. Für das schwere Pionierfahrzeug ist bereits ein Ersatz in Form eines Modulfahrzeuges von der Gemeinde bewilligt und in Planung.

Dafür hat die Feuerwehr Birsfelden ab dem 01.01.2005 die Zuständigkeit für Personenrettungen auf dem Rhein zwischen Birsfelden und Augst offiziell erhalten. Die Ausbildung der entsprechenden Feuerwehrleute zu Bootsführern und Ersthelfern wird in naher Zukunft verstärkt betrieben. Auch die Ausrüstung wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. So wurde das grosse Ölwehrboot im Rahmen einer Revision komplett umgebaut.

Fahrzeug- und Gerätepark
Neben all den Spezialaufgaben ist die Feuerwehr Birsfelden aber auch "normale" Ortsfeuerwehr für eine Gemeinde von rund 10'500 Einwohnern an der Stadtgrenze zu Basel. Der Fahrzeugpark umfasst derzeit
- 1 Universallöschfahrzeug ULF
- 1 Autodrehleiter ADL
- 1 Modulfahrzeug PIO
- 1 Tanklöschfahrzeug TLF
- 3 Ölwehrfahrzeuge (Olio, GW Klein und GW Sperre)
- 1 Mannschaftstransporter
- 1 Zugfahrzeug
- 1 Dienstwagen DW1
- 1 Motorroller Piaggio
- diverse Anhänger (Lichtmast, Ölsperre, Blachenanhänger etc.)
- 1 Ölwehrboot auf dem Rhein
- 1 Schlauchboot auf Anhänger einsatzbereit verladen

Einsatz-Revue
Im Durchschnitt rückt die Feuerwehr Birsfelden zu rund 100 Einsätzen pro Jahr aus, davon sind rund ein Viertel Ölwehreinsätze. Den weitaus grössten Anteil am Einsatzaufkommen haben jedoch die Alarme der Brandmeldeanlagen in Industrie und Gewerbe. Rund 50 % aller Einsätze werden wegen ausgelösten Brandmeldern gefahren. Daneben gehören alle Facetten der heutigen technisierten Welt zur Einsatzpalette der Birsfelder Feuerwehr:
- Verkehrsunfälle
- Wasserschäden (Leitungsbrüche oder Unwetter)
- Pionier-Einsätze (technische Hilfeleistungen aller Art)
- Insektenschwärme
- Chemiewehr-Einsätze
- Personenrettungen (aus stecken gebliebenen Liften / aus Schächten)
- Wasserrettungen aus Rhein und Birs
- Wasserhilfe für Schiffe in Seenot und bei Havarien auf dem Rhein
- Türöffnungen
- Gasalarme
- Autobrände
- Brände in Gebäuden aller Art
- Wald- und Flurbrände
- Tierrettungen
- etc. etc.

Zu den grössten und bemerkenswertesten Einsätzen der letzten Jahre gehören:
- Grossbrand im Papiersortierwerk A. Riva an der Sternenfeldstrasse im August 1991
- Umgekippter und leckgeschlagener Tanklastwagen in Therwil, Stützpunkteinsatz für die Ölwehr im August 1992
- LKW-Unfall auf der Autobahn J18, Lastwagen in Brückenpfeiler gerast im August 1992
- Grosser Unfall mit Schweröl auf dem Rhein im Februar 1993
- Dieselöl im Marchbach in Therwil, Oberwil, Binningen; Stützpunkteinsatz für Ölwehr im Februar 1993
- Schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn A2 im strömenden Regen; 1 Toter, 2 Verletzte im Mai 1993
- Nach Brand geplatzter Heizöltank in Scheune in Schönenbuch; Stützpunkteinsatz im September 1993
- Grossbrand auf dem Robinson-Spielplatz im Juni 1994; Parallel dazu Grosseinsatz für die Ölwehr in der ARA Rhein in Pratteln (Rapsöl in ARA)!
- Orkan Wilma, Grosseinsatz in Birsfelden, Nachbarhilfe mit Drehleiter in Basel-Lehenmatt im Januar 1995
- Tanklastwagen in Muttenz umgekippt, 9000 Liter Heizöl drohen auszulaufen, Ölwehr-Einsatz im Juni 1995
- 140 t-Pneukran umgestürzt, Nachbarhilfe Ölwehr Birsfelden in Reinach im Juni 1995
- Schweres Hochwasser an Rhein und Birs, mehrere Tage Dauereinsatz im Juni 1995
- Schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn A2; Auffahrkollision mit 4 Fahrzeugen, 2 REGA-Helis im Einsatz, im April 1997
- 2500 Liter bleifreies Benzin in Kanalisation im Auhafen Muttenz; Stützpunkteinsatz für Ölwehr im September 1997
- Bombenalarm im Birsmatt-Quartier im Oktober 1997
- Ganze Birs unterhalb Münchenstein durch leimartige Flüssigkeit verschmutzt; grosses Fischsterben; Grossalarm im Juni 1998
- Brand eines mit Heu beladenen Lastwagens auf der Autobahn A2 im Oktober 1998
- Schiffsuntergang auf dem Stausee Birsfelden: Motorjacht bei Probefahrt versunken im Juni 1999
- Wohnungsbrand im Hochhaus Rheinparkstrasse 1 im 13. Stock, ausgelöst durch 1. August-Rakete am 31.7.1999
- Orkan Lothar am 26. Dezember 1999: 3 Tage Dauereinsatz für die gesamte Feuerwehr. Nachbarhilfe für die Kollegen der BF Basel mit unserer ADL zur Erstellung von Notdächern.
- Millennium-Feier im Feuerwehrdepot Birsfelden vom 31.12.1999 auf den 01.01.2000 inkl. Ausrücken zu einem Fehlalarm unmittelbar nach Mitternacht...
- Verkehrsunfall auf Autobahn A2 am 15.01.2000: Fahrerin mit Rückenverletzungen im Fahrzeug. Dach auf Wunsch der Sanität mit hydraulischem Rettungswerkzeug komplett entfernt.
- August und September 2000: an vier (4!) aufeinander folgenden Montagen muss die Feuerwehr Birsfelden auf die Autobahn A2 zu Verkehrsunfällen ausrücken. In allen Fällen entstand zum Glück nur Sachschaden.
- Ölwehreinsatz am 04.10.2000: Grossalarm wegen Ölschlieren auf dem Rhein, Einsatz mit BF Basel und FF Grenzach-Wyhlen (Deutschland).
- Pioniereinsatz/Personenrettung am 19.11.2000: Beim Versteckspiel wird ein Kind unter einer Schuttmulde in einer Kiesgrube eingeklemmt. Aufwändige Rettungsaktion mit Sanität und BF Basel.
- Vollbrand einer Verpackungsmaschine bei einer Firma im Birsfelder Hafen am frühen Morgen des 26.01.2001
- Spektakulärer Verkehrsunfall mitten in Birsfelden am 14.11.2001: Ein PW ist nach Schleuderfahrt zwischen einer Mauer und einer Garage in den tiefer liegenden Vorgarten des Polizeipostens gefallen! Aufwändiger Rettungseinsatz mit Sanität und BF Basel, 1 Person schwer verletzt gerettet.
- Kellerbrand am 13.02.2002 in einem Mehrfamilienhaus mit Pizzeria/Restaurant an der Hauptstrasse.
- Spielende Kinder verursachen Balkonbrand in Hochhaus an der Rüttihardstrasse am 06.04.2002. Glimpflicher Ausgang, nur geringer Sachschaden, keine Verletzten.
- Nachtbubenstreich ruft am 27.07.2002 die Feuerwehr auf den Plan: Vandalen haben von einer Baustelle 30 grosse Plastikrohre in die Birs geworfen...
- Katastrophenalarm am 31.10.2002: Flugzeugabsturz über dem Dreispitzareal und in Allschwil. Ganze Feuerwehr Birsfelden steht im Übungseinsatz - es handelt sich zum Glück nur um die Kantonale Alarmübung ALBATROS!
- Wohnungsbrand Salmenstrasse am 23.11.2002: die Küche und angrenzende Zimmer eines Reihenhauses stehen im Vollbrand.
- Personenrettung am 20.12.2002: Im Warenlift eines Einkaufscenters wurde ein Liftmonteur eingeklemmt und muss mit Hilfe der Höhenrettungsgruppe der BF Basel gerettet werden.
- Autobrand in Einstellhalle: Am 02.01.2003 brennen mehrere Fahrzeuge in einer Autoeinstellhalle an der Rheinparkstrasse. Einsatz des Grosslüfters der BF Basel.
- Brand im Altersheim am 11.01.2003: Ein Zimmerbrand mit grossen Auswirkungen. Wegen starker Rauchentwicklung muss das halbe Altersheim evakuiert werden. Grossalarm für die ganze Feuerwehr Birsfelden, die BF Basel und die Sanität.
- Wohnungsbrand am 12.01.2003: Nur einen Tag nach dem Grosseinsatz im Altersheim schon wieder Vollalarm für Birsfelden. Eine Wohnung an der Hauptstrasse brennt komplett aus, verletzt wird zum Glück niemand.
- Schwerer Verkehrsunfall mit 2 Toten: Am 30.04.2003 hat ein Tanklastwagen auf einer Kreuzung 2 PW erfasst und in den Hardwald geschoben. 2 Personen sterben bei diesem Unfall.
- Arbeitsunfall am 27.05.2003: Ein Pneubagger stürzt in die Birs. Eine Person wird unter Wasser eingeklemmt und kann nur noch tot geborgen werden, eine weitere Person überlebt schwer verletzt.
- Amtshilfe am 31.10.2003: Mit dem Lichtmastanhänger beleuchtet die Feuerwehr Birsfelden nach einer Schiesserei auf dem Zentrumsplatz den Tatort für die Polizei Basel-Landschaft.
- Vierfach-Einsatz am 03.12.2003: Brand in Kaffeerösterei im Birsfelder Hafen, Ölwehreinsatz auf dem Rhein, Kleinbrand an der Hauptstrasse und Autobrand auf der Autobahn!!
- Bauunfall am 11.12.2003: Kipp-Sattelzug ist beim Entladen von Felsblöcken in die Birs gestürzt, Fahrer eingeklemmt.
- Gewitter-Sturm über Birsfelden: Weit über 40 Wasser- und Sturmschäden sind vom 22. bis 24.07.2004 im ganzen Gemeindegebiet zu beseitigen
- PW-Brand in Garage an der Bärengasse am 16.11.2004
- 20. bis 24.11.2004: Beim Beladen eines Tankschiffes im Birsfelder Hafen laufen 6000 kg Schweröl in den Rhein aus; 5 Tage Dauereinsatz für den Ölwehrstützpunkt!
- Kellerbrand am 10.03.2005: In einem Mehrfamilienhaus an der Wartenbergstrasse steht der Keller in Flammen. Das ganze Treppenhaus und eine Wohnung im obersten Stock sind voll Rauch. Ein Feuerwehrmann muss mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital eingewiesen werden. Er kann am Tag nach dem Einsatz wieder nach Hause.

Vorreiterrolle der Birsfelder Feuerwehr
Schon immer war und ist die Feuerwehr Birsfelden dafür bekannt, mit neuen Ideen und Konzepten voranzugehen. Oftmals zuerst mit einem Lächeln als Spinnerei abgetan, hat sich doch die eine oder andere Innovation im Feuerwehrwesen behaupten können. Dies betrifft sowohl die Geräte- und Fahrzeugtechnik, als auch die Präsentation in der Öffentlichkeit (Hauptübungen). Die nachfolgende Aufstellung gibt einen Einblick:
- 1939 Kauf des ersten Pikettfahrzeuges für eine Dorf-Feuerwehr in der Region Basel.
- 1940 Anschluss der Birsfelder Feuerwehr an den mit der Feuerwache Basel organisierte Telefon-Pikett-Alarm zusammen mit anderen Baselbieter Gemeinden der ersten Stunde.
- 1953 Feuerwehr Birsfelden beginnt als erste Feuerwehr im Kanton Baselland mit der Umrüstung der mühsam zu bedienenden Schraubkupplungen der Feuerwehrschläuche auf das heutige Standardsystem STORZ.
- 1957 Anschaffung des ersten Tanklöschfahrzeuges in der Nordwestschweiz (TLF "Donner"). Erstmals wurde in diesem Fahrzeug auch eine Schnellangriffseinrichtung eingebaut, die in heutigen Fahrzeugen vielfach noch immer eingebaut wird.
- 1967 Einweihung und Indienststellung einer der ersten vollhydraulischen Autodrehleitern bei einer Ortsfeuerwehr in der Nordwestschweiz. Arbeitshöhe 30 m, Fahrgestell Mercedes-Benz.
- 1971 Kauf eines Lichtmastanhängers als erste Feuerwehr im Kanton Baselland. Noch heute sind solch leistungsfähige Geräte nur bei Berufsfeuerwehren zu finden!
- 1980 Inbetriebnahme des schweren Pionierfahrzeuges Uranus, welches als Neuheit in der Deutschschweiz mit einem Heckkran zum Heben von verunfallten Fahrzeugen ausgerüstet worden ist. Noch heute ist Uranus das einzige Pionierfahrzeug mit Kran bei einer Ortsfeuerwehr im ganzen Kanton Baselland!
- 1986 Einweihung des seinerzeit modernsten und bis heute eines der grosszügigsten Depotgebäudes der Region Basel. Die Ausrüstung umfasst u.a. eine Atemschutzwerkstatt mit einer Füllanlage für Pressluftflaschen, was damals eine Premiere darstellte und auch heute nur selten bei Dorffeuerwehren zu finden ist.
- 1986 Anschaffung der ersten - und bis heute einzigen - transportablen 200 m-Ölsperre in der Region Basel für Einsätze auf dem Rhein und der Birs
- 1989 Ausrüstung aller Feuerwehrleute mit feuerfesten Nomex-Brandschutzausrüstungen und mit neuartigen Glasfaserverstärkten Feuerwehrhelmen aus den USA.
- 1990 Inbetriebnahme des modernsten Ölwehrfahrzeuges der Schweiz. Konstruktion durch drei Birsfelder Feuerwehrleute in Zusammenarbeit mit Firma Vogt, Oberdiessbach. Mittlerweile stehen rund ein Dutzend gleichartiger Fahrzeug bei Feuerwehren in der ganzen Schweiz im Einsatz (u.a. in Sissach, Laufen, Thun, Langenthal und Biel).
- 1991 Auslieferung und Inbetriebnahme des ersten Explosionsgeschützten Ölwehrbootes der 6 m-Klasse in Europa! Automatische Überwachung der Umgebungsluft auf explosive Benzindampfkonzentrationen, Motorenraum unter überdruck, Hydraulischer Motor-Anlasser (stromloses und damit funkenfreies Starten möglich).
- 1993 Erstmals wird an einer Hauptübung in der Nordwestschweiz ein REGA-Heli eingesetzt.
- 1994 Ausrüstung aller Atemschutzgeräte mit sogenannten Totmann-Meldern, die einen lauten akustischen Alarmton abgeben, sobald sich der Feuerwehrmann länger als 30 Sekunden nicht mehr bewegt.
- 1995 Zum ersten Mal wird an einer Hauptübung in der Region Basel ein Flugzeugabsturz inszeniert. Eine Flugzeugattrappe liegt auf dem Kirchmattplatz und ein Leitwerk hängt im Dach des Xaver-Gschwind-Schulhauses!
- 1997 Als erste Feuerwehr in der Nordwestschweiz stellt die Birsfelder Feuerwehr neue Feuerwehrhelme des Fabrikats Casco in Dienst. Sie sind Ersatz für die damals neuartigen GFK-Helme aus den USA (s. 1989).
- 1997 Im September findet die erste realistische Atemschutzübung statt, über die sogar im Radio berichtet worden ist... ("Aus Übung wurde Ernstfall...")
- 1998 Im November findet die erste Kaderschulung für Ölwehrstützpunkte bei der Firma Siegfried in Zofingen statt. Der Kurs wurde in Zusammenarbeit mit Offizieren der Feuerwehr Birsfelden erarbeitet.
- 1999 Die Feuerwehr Birsfelden gehört nach der befreundeten Feuerwehr Münchenstein zu den ersten aus der Region Basel, die auf der Brandübungsanlage der Schweizer Armee in Wangen a. Aare eine ganztägige Übung abhalten.
- 1999 Die ganze Mannschaft der Ölwehr Birsfelden nimmt als erster kantonaler Stützpunkt an einer Spezialschulung bei der Firma Siegfried teil. Dieser Kurs wurde wiederum in Zusammenarbeit mit den Ölwehrverantwortlichen der Birsfelder Feuerwehr entwickelt.
- 1999 Konstruktion eines Atemschutz-Überwachungskoffers nach Feuerwehreinsätzen in Europa, bei denen Feuerwehrleute durch ungenügende Überwachung während des Einsatzes ums Leben gekommen sind.
- 2000 Im November findet erstmalig in der Schweiz - wenn nicht in Europa!! - eine Hauptübung im Modell statt!! Realistische Einsatzsituationen werden im eigens angelegten Übungsdorf (Giebelhöhe der Häuser 1 m, Kirchturm rund 2 m!!) dargestellt. Alle Einsatzmittel im Modellmassstab 1:10 bis 1:16 werden von echten Feuerwehrmännern in Originaluniformen gemäss Originaltaktik zum Einsatz gebracht. Es handelt sich dabei um Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge, Tanklöschanhänger, ein Löschfahrzeug der Werkfeuerwehr Novartis Basel, ein Ölwehrfahrzeug der Berufsfeuerwehr Basel, Gabelstapler etc. etc - wohlgemerkt, alles ferngesteuerte Modellautos! Die Einsatzdemos mit Modellfahrzeugen umfassen einen LKW-Unfall mit auslaufendem Gefahrgut und einen ausgedehnter Gebäudebrand. Als weiterer Höhepunkt werden mit Flugmodellen aus der ganzen Schweiz eine Heli-Rettung der REGA und eine Waldbrandbekämpfung mit ferngesteuerten Löschhelikoptern vorgeführt (alle Helikoptermodelle im Massstab 1:6!!). Anschliessend werden alle Einsatz-Modelle sowie Feuerlöschboote und Eisenbahn-Rettungszüge in einer Modell-Ausstellung im Kirchmatt-Schulhaus dem staunenden Publikum vorgestellt.
- 2001 Durchführung des ersten Fahrsicherheitstraining mit dem Mobile Drive Center der Post in der Region Nordwestschweiz. Schulung aller Chauffeure im Handling der Einsatzfahrzeuge in Extremsituationen und Schleudertraining.
- 2002  Anfang Mai geht die Feuerwehr Birsfelden mit ihrer eigenen Homepage online. Neuartige Fahrzeugansichten und historische Hintergrundinfos begeistern die ersten Besucher. Seither besuchen regelmässig mehr als 1000 Leute pro Monat die Internetseite!
- 2003 Als erste Ortsfeuerwehr erhält Birsfelden Brandschutz-Jacken mit integriertem Rettungsgurt. Bisher musste für den Fall der Selbstrettung im Einsatz jeder Feuerwehrangehörige einen Rohrführergurt über der Jacke tragen.
- 2004 Erstmals wird für die Ausbildung in der Personenrettung aus Gewässern eine aufblasbare Sex-Puppe verwendet, was sogar in den Medien Beachtung findet und bei der Bevölkerung auf Schmunzeln stösst.
- 2004 Gegen das Jahresende werden die ersten neuen Atemschutzgeräte ausgeliefert. Erstmals in der Region werden Dräger-PSS 90-Geräte mit den neuen CFK-Flaschen und SuperPass-Bewegungsmeldern ausgeliefert. Die Feuerwehr Birsfelden erhält 26 neue Geräte.
- 2004 Im Rahmen eines Umbauprogrammes zur Verlastung der neuen AS-Geräte werden alle Grossfahrzeuge der Feuerwehr und der Ölwehr mit neuartigen Barlock-Griffstangen-Verschlüssen an den Rollläden ausgerüstet. Birsfelden ist wiederum die erste Feuerwehr im Kanton (wenn nicht in der Schweiz), die alle Einsatzfahrzeug derartig umrüstet. Die neuen Verschlüsse können auch mit Schutzhandschuhen und einhändig problemlos bedient werden. Ausserdem wurden als Novum alle Grossfahrzeuge ausser dem PIO Uranus, welches bald ersetzt werden soll, mit speziellen Manövrierscheinwerfern versehen, die bei eingelegtem Rückwärtsgang die Fahrzeugseiten und die Hinterräder beleuchten. So wird das nächtliche Manövrieren sicherer und einfacher. Bereits einige Jahre früher hatte Birsfelden auf dem Fahrzeugsektor die Nase vorne, als alle Einsatzfahrzeuge mit je zwei blauen Frontblitzern nachgerüstet wurden.
- 2005 Alle Angehörigen der Feuerwehr erhalten am 20. Juni 2005 neue Feuerwehrhelme. An sich nichts spektakuläres, aber es handelt sich gleich um eine vierfache Premiere! Erstmals für Birsfelden werden Gallet-Helme beschafft. Diese Feuerwehrhelme sind absolut top, was den Schutz der Feuerwehrleute und den Tragkomfort angeht. Zweite Premiere: erstmals in der Nordwestschweiz wurde eine Feuerwehr mit Gallet-Helmen in vernickelter, silbriger Version ausgerüstet. Diese Variante ist bekannt aus Frankreich und der Romandie, wurde aber in der Deutschschweiz bisher noch nie ausgeliefert. Ebenfalls einzigartig dürfte die Helmbeschriftung sein - zumindest für eine deutschschweizer Feuerwehr: alle Helme tragen die französische Originalplakette mit Eichenlaub und dem Schriftzug "Sapeurs Pompiers"! Ausserdem werden erstmals alle Helme (bis auf Stufe Gruppenführer) neu mit Schädel-Basis-Mikrofonen ausgerüstet, was die Kommunikation über Funk vor allem beim Einsatz unter Atemschutz enorm verbessert.
- 2005 Im Dezember wird als absolutes Novum für eine Milizfeuerwehr in der Nordwestschweiz im Feuerwehrdepot eine Abgasabsauganlage eingebaut. Da sich die Feuerwehrleute im Alarmfalle in der Fahrzeughalle umziehen müssen, stehen sie zwangsläufig in den Abgaswolken der ausfahrenden Einsatzwagen. Insbesondere kalte Dieselmotoren produzieren eine Mischung von giftigen Abgasen, Partikeln und Feinstaub. Alle Fahrzeuge der Feuerwehr Birsfelden sind bis auf eine Ausnahme mit Dieselmotoren ausgerüstet. Dieselabgase sind bekannt dafür, dass sie eine Vielzahl extrem giftiger Substanzen wie Stickoxide, Kohlenmonoxid und aromatische Kohlenwasserstoffe in hoher Konzentration enthalten. Das zuverlässigste Mittel zur massgeblichen Reduzierung oder sogar Verhinderung der Exposition gegenüber Dieselabgasemissionen stellt die Absaugung direkt an der Entstehungsquelle, d.h. dem Fahrzeugauspuff dar. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Birsfelder Feuerwehrdepot ist die Alarmgarderobe in unmittelbarer Nähe zu den Einsatzfahrzeugen unabdingbar. In Studien wurde weltweit nachgewiesen, dass Fahrzeugemissionen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit darstellen. Es ist paradox, dass sich die Feuerwehrleute im Einsatz mit Atemschutzgeräten vor giftigen Gasen schützen müssen, aber beim Umziehen in der Garderobe in Russ- und Abgaswolken stehen. Fachleute bestätigten, dass die Einsatzfrequenz und die Anzahl Fahrzeugstandplätze eine solche Installation berechtigen. Deshalb wurde die Anlage, welche in dieser Grössenordnung für eine Milizfeuerwehr in der Nordwestschweiz eine Premiere darstellt, von den zuständigen Behörden bewilligt und im Gebäude eingebaut.
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2007 Am 12. und 13. Oktober 2007 fand erstmals ein internationaler und interkantonaler Kurs für Einsatzleiter von Wasserrettungs-Einsätzen statt.
Grosses Manko war bislang nämlich die Ausbildung der Führungskräfte, welche die aufwändigen Einsätze mit mehreren Rettungsschiffen, Feuerlöschbooten und Helikoptern koordinieren müssen. Bisher gab es keine ähnliche, organisationsübergreifende Ausbildung. Weder bei Feuerwehrschulen, Polizeikonkordaten noch bei Technischem Hilfswerk oder bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) waren solche Kurse im Angebot.
Um diese Lücke zu schliessen haben sich die Feuerwehr Birsfelden, die Berufsfeuerwehr Basel, die Freiwillige Feuerwehr Grenzach-Wyhlen und die DLRG Ortsgruppe Rheinfelden (Deutschland) zusammengetan und eine Einsatzleiterschulung mit einem anspruchsvolles Programm ausgearbeitet.
- 2007 Als erste Feuerwehr in der Nordwestschweiz und als erster Ölwehrstützpunkt überhaupt kann die Feuerwehr Birsfelden einen 50 ccm-Motorroller in Dienst stellen. Das Kleinmotorrad dient einerseits zur landseitigen Erkundung von ausgedehnten Einsatzstellen bei Ölunfällen auf Gewässern. Es wird aber auch zur raschen Lokalisierung von verunfallten Personen bei Wasserrettungen aus dem Rhein eingesetzt. Durch die geringe Breite kommt der Roller problemlos auf dem Bermenweg im gesamten Hafenareal von Birsfelden und Muttenz-Auhafen, aber auch auf Spazierwegen am Rheinufer voran.
- 2008 Am 12. Januar 2008 kann die Feuerwehr Birsfelden im Rahmen ihrer Tätigkeit als Stützpunkt der Ölwehr Basel-Landschaft gleich zwei neue Einsatzfahrzeuge übernehmen, die in ihrer Konzeption einmalig sind. Erstmals wird auf einem Feuerwehrfahrzeug eine Ölsperre einsatzbereit auf einer Haspel vorgehalten (GW-Ölsperre). Das andere Fahrzeug (GW-Klein) dient als kompatible Nachschubeinheit und kann mit verschiedenen Modulen beladen werden. Standardmässig beladen ist der GW-Klein mit zwei Modulen für den Umweltschutzeinsatz auf befestigten Flächen. Dazu wurde erstmalig vom Aufbauhersteller Vogt AG eine Spezialkonstruktion angefertigt, die das gleichzeitige Beschicken von 2 Streuwägeli mit Ölbindemittel durch nur eine Person ermöglicht.


Und was folgt als nächster Meilenstein....???