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Interview |

8 Fragen an Sdt Nicole
Wenger über ihre Zeit in der Feuerwehr.
Nicole Wenger, 20 Jahre alt, ist erst seit einem Jahr bei der Birsfelder
Feuerwehr. „Allerdings“, erzählt sie lachend, “hatte ich als vierjähriges
Mädchen bereits mit der Feuerwehr Birsfelden zu tun. Ich habe damals auf dem
Depotplatz Radfahren gelernt und konnte alle Namen der Feuerwehrautos auswendig
aufsagen!“ Daniel Lerch, Offizier und PR-Verantwortlicher, hat der
frischgebackenen Feuerwehrfrau einige Fragen gestellt:
Daniel Lerch: Wie bist Du zur Feuerwehr gekommen?
Nicole Wenger: Ich bin durch meinen Freund Michael auf den Feuerwehrdienst aufmerksam geworden. Ich wollte ihn eigentlich nur zum letztjährigen Info-Apéro begleiten. Dort habe ich dann aber gesehen, dass dies ein sinnvolles und spannendes Hobby ist, das ich im Team - und erst noch gemeinsam mit meinem Freund - ausüben kann. Und so sind wir beide seit einem Jahr bei der Birsfelder Feuerwehr dabei.
Wie sind Deine Erfahrungen? Konntest Du beruflich und privat vom Feuerwehrdienst profitieren?
Dazu bin ich wohl noch zuwenig lange dabei. Dennoch ist es ein gutes Gefühl zu wissen, was zu tun ist, wenn’s brennt oder wenn der Keller unter Wasser steht. Zudem kann ich Bekannte und Verwandte auch beraten, wenn sie mich wieder einmal fragen: „Du bist doch jetzt in der Feuerwehr. Was soll ich machen, wenn...“
Was gefällt Dir am Feuerwehrdienst?
Die Kameradschaft untereinander. Jeder ist für den anderen da, wenn zum Beispiel das Strahlrohr nicht auf Anhieb aufgeht oder der Hydrant klemmt. Aber auch nach den Übungen stimmt die „Chemie“ in der Mannschaft; Kollegen zum Pferde stehlen eben.
Was machte Dir während der Ausbildung zur Feuerwehrfrau am meisten Spass?
Am meisten Spass hatte ich am Training im Brand-Übungshaus im ifa (Interkantonales Feuerwehrausbildungszentrum in Balsthal). Da ich gerne im Team arbeite, kam ich dort voll auf meine Kosten. Das kontrollierte „Spiel mit dem Feuer“ sorgte für einen gewissen Nervenkitzel. Die Ausbildung war anspruchsvoll und verlangte körperlich einiges ab. Aber es ist ein tolles Gefühl, im Trupp mit Atemschutzgeräten auf dem Rücken ein Feuer erfolgreich gelöscht zu haben.
Bedeutet der Feuerwehrdienst eine hohe zusätzliche Belastung für Dich?
Ich denke, dass der Feuerwehrdienst für mich nicht eine sehr hohe zusätzliche Belastung ist, da ich vom Beruf her gewohnt bin, auf Abruf zu sein. Nach Absolvierung des Grundkurses bekam ich meinen Alarmpager. Beim ersten Alarm war ich aber so nervös, dass ich zuerst gar nicht wusste, was ich zu tun habe. Leider konnte ich damals beruflich nicht von der Arbeit weg und konnte so nicht ausrücken.
Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Feuerwehr: Wirklich ein Problem?
Das ist entgegen allen Gerüchten überhaupt kein Problem! Ich fühle mich voll und ganz gleichberechtigt. Ich wurde noch nie belästigt, schliesslich hat man in der „Mann“-schaft Respekt voreinander und vor den Frauen!
Ist die körperliche Belastung für Frauen ein Problem?
Ich gebe zu, dass der Einsatz unter Atemschutz eine rechte physische Anstrengung ist. Allerdings waren nach dem Brandhaus-Training einige Männer kaputter als ich...!! Ich kann mir vorstellen, dass allenfalls die Körpergrösse - ich gehöre ja auch nicht zu den Grössten - für gewisse Tätigkeiten ein Problem sein könnte. Dies zeigt sich auch darin, dass Ausrüstungsgegenstände wie Brandschutzjacken und Feuerwehrstiefel nicht immer auf Anhieb in Frauengrössen erhältlich sind.
Wie würdest Du beim interessierten Nachwuchs für den Feuerwehrdienst werben?
Es ist toll bei der Feuerwehr. Jede Frau und jeder Mann kann hier viel Neues dazulernen. Man hat hier eine Kameradschaft, die echt gelebt wird und einen Teamgeist, der ausgezeichnet ist. Ausserdem ist die Feuerwehr Birsfelden modern ausgerüstet und verfügt sogar über ein Feuerwehrboot auf dem Rhein!
Nicole Wenger ist neben 46 Männern zurzeit die einzige Frau in Diensten der Feuerwehr Birsfelden. „Mir gefällt es sehr gut hier“, erklärt sie begeistert. „Ich würde jederzeit wieder zur Feuerwehr gehen!“
PERSÖNLICH:
| Geburtsdatum: |
25. März 1982 |
| Zivilstand: | in den festen Händen eines Feuerwehrmannes |
| Beruf: | Pflegeassistentin in Ausbildung |
| Hobbies: | Feuerwehr, Tanzen, Pferde/Reiten (in dieser Reihenfolge!!) |
| In der Feuerwehr seit: | 2001 |
| Dienstgrad: | Soldatin |
| Funktion: | Angehörige der Feuerwehr, Mitglied der Alarmgruppe 6 |