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Feuerwehr Birsfelden - zu Lande und zu Wasser im Einsatz

Die geografische Lage Birsfeldens am Rhein und an der Mündung der Birs bringt es mit sich, dass auch auf dem Wasser bei den verschiedensten Ereignissen Hilfe geleistet werden muss. Die Einsatzpalette reicht dabei von der Personenrettung aus Gewässern bis zu Ölwehreinsätzen bei leckgeschlagenen Rheinschiffen.

Schon relativ früh zeigte sich, dass ohne entsprechende Gerätschaften, lediglich mit den traditionellen landgebundenen Einsatzmitteln eine effiziente Hilfeleistung auf Gewässern unmöglich ist. Den besonderen Bedürfnissen des Ölwehrstützpunktes Birsfelden für eine wirksame Bekämpfung von Gewässerverunreinigungen auf dem Rhein und in den basellandschaftlichen Rheinhäfen Birsfelden und Au konnte damals nicht im notwendigen Rahmen Rechnung getragen werden.

Am 11. November 1983 schliesslich wurde vom damaligen Wasserwirtschaftsamt Baselland (heute AUE) ein Aluminium-Arbeitsboot von 4,5 m Länge und 1,25 m Breite zum Preis von rund Fr. 6‘000.-- für die Ölwehr Birsfelden bestellt. Allerdings verfügte das Boot anfangs weder über einen Motor noch über einen Transportanhänger (!). Dies führte dazu, dass das Boot mit Ruderkraft zum Einsatz gebracht werden musste!!! Aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten musste das Boot überdies jeweils vor Einsatz mit dem Kran des Pionierfahrzeuges auf dessen Dach (!) gehievt und bei Ankunft am Gewässer abgeladen und eingewassert werden...

Im Februar 1984 machten sich die Ölwehrverantwortlichen Gedanken, wie man das Transportproblem lösen könnte. Es wurde erwogen, den vorhandenen Ölwehr-Materialanhänger des Unimog bei der Firma Frech-Hoch in Sissach umzubauen. Vorgesehen war eine Transportgestell aus rostfreiem Material über dem Blachenverdeck aufzubauen. Kostenpunkt rund Fr. 3'000.--. Allerdings verhallten die Rufe ungehört auf dem Rhein...

Nachdem sich der Ölwehrstützpunkt Birsfelden im Juli 1984 beim zuständigen Regierungsrat in Liestal offiziell über Misstände in der Ölwehr beschwerten, änderten sich die unhaltbaren Zustände rasch. Es wurde ein Johnson Aussenbord-Motor Modell 55 J55 RSLF mit Langschaft gekauft. Auch eine entsprechende Transportmöglichkeit wurde in Form eines Einachs-Bootsanhängers, den das AUE für Fr. 3'180.-- beschafft hatte, bald realisiert. Der Anhänger konnte schliesslich im Dezember 1984 in Dienst genommen werden. Somit stand das Arbeitsboot der Ölwehr ständig einsatzbereit auf einem Trailer verladen in der Fahrzeughalle bereit.

Doch neben einem Boot mussten noch viele Gerätschaften beschafft und bereitgehalten werden: Schwimmwesten für die eingesetzten Feuerwehrleute, normale Hanftaue und Schifferseile, schwimmende Seile für die Ölsperre, Flaggen, Rettungsringe, Wasserrettungsausrüstung, Kanalhosen, Schöpfkellen etc. etc.

Die bisherigen Bekämpfungsmassnahmen von Ölabflüssen auf dem Rhein beschränkten sich auf das Auslegen von ölsaugenden Schläuchen und Kissen. Die Erfahrungen aus vergangenen Schadenereignissen zeigten jedoch, dass ihre Wirksamkeit verhältnismässig bescheiden ist. Im Bemühen um eine einwandfreie Wahrnehmung sämtlicher Ölwehraufgaben forderten die verantwortlichen Personen des Ölwehrstützpunktes Birsfelden schon mehrmals die Bereitstellung von zweckmässigem Sperrmaterial, mit welchem Ölabgänge auf dem Rhein zurückgehalten, kanalisiert und dem Gewässer entnommen werden können.

Deshalb wurde im Oktober 1985 vom AUE ein Ölsperrenanhänger mit 200 m Ölsperre des Typs RR 22 „Rhine-Rhone“ bestellt, welcher am 30.04.1986 in Dienst gestellt werden konnte. Noch heute ist diese transportable Schnelleinsatzsperre die einzige in der ganzen Region Basel!!

Nachdem das Alu-Arbeitsboot einige Jahre zur Zufriedenheit im Einsatz stand, machten sich Lücken in der technischen Ausrüstung bemerkbar. So war an ein Einsatz in explosionsgefährlichen Bereichen - beispielsweise bei einer Leckage eines Benzintankschiffes - nicht zu denken. So wurde Anfang der 90er Jahr eine Projektgruppe Ölwehrboot ins Leben gerufen.

Unter massgeblicher Beteiligung von drei Birsfelder Feuerwehr-Offizieren entstand so das weltweit erste - und bis heute einzige - explosionsgeschützte Feuerwehr-Einsatzboot der 6m-Klasse!! Das Ölwehr- und Mehrzweckboot „Neptun“ wurde im November 1992 auf der Kraftwerkinsel feierlich getauft und vom Stapel gelassen. Das neuartige Wasserfahrzeug, welches auch über eine hydraulisch absenkbare Bugklappe verfügt, baute die Lehmar-Werft in Solothurn als Prototyp für weitere Schiffe in ganz Europa.

Zusammen mit dem übrigen Ölwehrmaterial (200 m Schnelleinsatz-Ölsperre auf Anhänger, Ölwehrmaterial Wasser, Ölskimmer etc.) sind so auch grössere Gewässerverschmutzungen durch Mineralöle und Benzine zu bewältigen.

Als Ergänzung konnte am 22. Dezember 1994 ein Schlauchboot, das einsatzbereit auf einem Trailer verladen in der Fahrzeughalle steht, in Betrieb genommen werden. Vorrangig dient das Boot zur Personenrettung aus der Birs, aber auch zum Einsatz auf dem Rhein oder dem Stausee des Kraftwerkes oder zu Ölwehrarbeiten wurde es schon eingesetzt. Ersetzt wurde es am 24.06.10 durch ein neues Schlauchboot der Marke ZODIAC.

Da das grosse Ölwehrboot immer einsatzbereit gewassert sein soll, musste man sich natürlich auch zum Thema Unterbringung Gedanken machen. Das 5,7 m lange Arbeitsschiff war auf dem Trailer einfach zu gross, um neben den anderen Einsatzfahrzeugen in der Fahrzeughalle deponiert zu werden. Zudem hätte dann das schwere Boot bei jedem Einsatz zuerst eingewassert werden müssen.

Es ergab sich die günstige Gelegenheit, die ehemalige schwimmende Bootsgarage der Polizei Basel-Stadt zu erwerben. Diese war in Basel, unmittelbar unterhalb der Mittleren Rheinbrücke beim Feuerlöschboot Basel-Stadt verankert und musste einem Neubau weichen. Das alte Ölwehrboot der Birsfelder Feuerwehr machte übrigens auf einer Fahrschule schon einmal unliebsame Bekanntschaft mit der Garage. Bei einem heiklen Anlegemanöver kenterte das Alu-Boot und klemmte sich unter den Schwimmern der Garage fest. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich unverletzt, aber mit einem gehörigen Schrecken in den Knochen, retten. Zur Bergung wurde u.a. auch das grosse Feuerlöschboot Basel-Stadt eingesetzt.

Mit Schlepperhilfe gelangte die schwimmende Remise dann in basellandschaftliche Gewässer, wo sie zuerst unterhalb des Löschbootes BL nur knapp 200 m vor dem Turbineneinlauf (!) in der Staustufe des Kraftwerkes zu liegen kam. Da sich dieser Standort aber innerhalb einer Fahrverbotszone lag und es aufgrund der Strömungsverhältnisse zu gefährlichen Manövern kommen könnte, musste auf Drängen der Kraftwerkes bis Ende 1995 eine Umsetzung durchgeführt werden.

Ursprünglich war geplant, einen gemeinsamen Hafen für die Kraftwerk-Boote und -Schwimmkrane sowie für alle Behördenschiffe inkl. FLB BL zu bauen. Dieses Vorhaben stellte sich aber als nicht realisierbar heraus. Auch eine reduzierte Variante - nur mit FLB und Ölwehrboot - auf der Höhe des Wasserfahrvereins scheiterte bereits auf dem Papier. Diese Konstruktion hätte eine brückenartige Durchfahrt für die trainierenden Wasserfahrer mit ihren Weidlingen nötig gemacht! Schliesslich erfolgte im November 1994 der Umzug unmittelbar an die Mole des Feuerlöschbootes BL. Dort ist der Zugang über die befestigte Mole und über einen Laufsteg sicherer und besser gewährleistet. Zudem ergibt sich die Gelegenheit, mit den Kollegen der Berufsfeuerwehr gelegentlich einen Schwatz zu halten...

Damit sind die Ereignisdienste für alle Eventualitäten oberhalb des Stauwehrs Birsfelden gerüstet. Unterhalb des Kraftwerkes stehen das mit dem FLB BL baugleiche Feuerlöschboot Basel-Stadt „Christophorus“ und das Bilgenentöler-/Ölwehrboot „Bibo Regio“ zwei weitere grosse Schiffe zur Gefahrenabwehr auf dem Rhein in Dienst. Daneben verfügt die Berufsfeuerwehr Basel über ein Festrumpf-Schlauchboot, welches unterhalb der Mittleren Rheinbrücke einsatzbereit neben der Polizeibootgarage gewassert ist.