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Mannschaftsübung; 19.06.06

Explosion im Kino Roxy

Am Montagabend, 19. Juni 2006, ging es hoch zu und her beim Kino Roxy an der Muttenzerstrasse. Grund war nicht etwa die Premiere eines Theaterstücks, sondern eine grossangelegte Einsatzübung der Birsfelder Feuerwehr. Die Übungsleitung stellte nach dem schweisstreibenden Rettungseinsatz ein gutes Zeugnis aus.

Viel wussten die Feuerwehrleute nicht, als sie um 19.30 Uhr zur Mannschaftsübung angetreten waren. Traditionsgemäss findet vor den Sommerferien jeweils eine grossangelegte Einsatzübung statt. Diesmal im Kino Roxy an der Muttenzerstrasse. Dort hatte Übungsleiter und Verfasser des Berichts, Oberleutnant Daniel Lerch, zusammen mit seinem Bruder und Offizierskollegen, Leutnant Niggi Lerch, ein spektakuläres Szenario eingerichtet.

Verpuffung im Roxy

Demnach hatte es im Heizungskeller des Gebäudes durch einen Defekt an der Gasheizung eine Explosion gegeben und ein Brand war ausgebrochen. Schnell war das Treppenhaus verraucht und wurde im ganzen Haus mehreren Personen der Fluchtweg abgeschnitten. Ausserdem war ein Automobilist durch den Knall so erschrocken, dass er auf der Muttenzerstrasse ins Schleudern geriet und neben dem Roxy in eine Mauer geprallt ist. Der Fahrer wurde im Auto eingeklemmt und war schwer verletzt. Damit für die anrückenden Einsatzkräfte alles so realistisch wie möglich aussieht, hatten die Übungsleiter das Treppenhaus mit Disconebel verraucht und ein Abbruchauto aufgestellt. Ausserdem wurden über ein Dutzend Personen als Figuranten eingesetzt.

Grosseinsatz

Um 19.42 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Der Einsatzleiter, Oberleutnant Rafael Perez, hatte mit seinen Helfern alle Hände voll zu tun. Als erstes veranlasste er die Rettung von den Personen aus dem Kinogebäude und die Vollsperrung der Muttenzerstrasse. Nur gerade fünf Minuten nach Eintreffen der ersten Feuerwehrleute wurden die ersten Figuranten mit der Autodrehleiter vom Balkon bereits gerettet. Parallel dazu wurde die schwierige Rettung des eingeklemmten Autofahrers aus seinem demolierten Auto vorgenommen und der simulierte Brand im Keller des Hauses bekämpft. Unter Atemschutzgeräten und mit mehreren Schlauchleitungen rückten die Retter in das verrauchte Treppenhaus vor. Laufend trafen weitere Feuerwehrfahrzeuge und Helfer ein. Eigens für die Versorgung der Geretteten wurde von der Stützpunktfeuerwehr Muttenz in freundschaftlicher Hilfe ein Schnelleinsatzzelt aufgebaut – beim just zu Übungsbeginn einsetzenden Gewitterregen ein willkommener Unterschlupf.

Schweisstreibende Rettung

Angesichts der hohen Aussentemperaturen und der Tatsache, dass unmittelbar vor Übungsbeginn noch ein Ernstfalleinsatz die Feuerwehrleute forderte, leisteten die Pompiers einen hervorragenden Einsatz. Die Kritik der Übungsleitung nach Übungsende fiel dementsprechend aus. Gelobt wurde der ruhige Einsatz an allen Fronten, insbesondere die rasche Rettung aller Figuranten. „Nur 20 Minuten nach Alarm waren alle Personen aus dem Haus in Sicherheit“, orientierte Daniel Lerch die Anwesenden bei der Einsatzbesprechung. „Selbst die aufwändige Rettung aus dem Unfallauto war bereits um 20.30 Uhr abgeschlossen – Kompliment!“. Allerdings hatten die beiden „Feuerwehr-Brüder“ Daniel und Niggi Lerch auch Verbesserungsmöglichkeiten ausgemacht. Fehler beim Rettungseinsatz am Auto wie falsche Kennzeichnung der Einsatzkräfte oder ein vergessener Brandschutz seien zwar Details, aber wichtig für einen umfassenden Einsatzerfolg. Alle gesteckten Ziele der Übung seien erfüllt worden. Die Übungsleitung gratulierte der Mannschaft zum geleisteten Einsatz.

                           

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