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Ölwehrstützpunkt Birsfelden - seit über 30 Jahren für den Umweltschutz im Einsatz!

                           

Die markante Zunahme des Individualverkehrs hatte einen rasanten Anstieg des Mineralölumschlags in den Basellandschaftlichen Rheinhäfen zur Folge. Damit stieg auch das Risiko von Ölunfällen auf Strasse, Schiene und Gewässern, was die Behörden Ende der 60er Jahre zur Diskussion über die Schaffung von kantonalen Ölwehrstützpunkten veranlasste. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass in den beiden Nachbarkantonen Aargau und Solothurn bereits seit 1969 kantonale Ölwehrstützpunkte ausgerüstet und im Einsatz waren. In ersten Beratungen war die Rede von sechs kantonalen Stützpunkten. Die Bemühungen endeten schliesslich in der Verabschiedung des Ölwehrgesetzes des Kantons Basel-Landschaft vom 1. Februar 1971.

Zuerst vier Ölwehrstützpunkte geplant...
Darin war vorgesehen, zunächst vier regionale Ölwehrstützpunkte zu errichten. Demnach hätten die Feuerwehren von Birsfelden, Reinach, Liestal und Sissach die Umweltschutzaufgaben übernehmen sollen. Allerdings waren auch schon damals die Gelder der öffentlichen Hand knapp bemessen. Die politische Vorlage wurde deshalb an den Regierungsrat zurückgewiesen. Insbesondere sollte der Bedarf für gleich vier Ölwehrstützpunkte abgeklärt und allenfalls eine Ersatzlösung mit nur zwei oder gar einem kantonalen Stützpunkt ausgearbeitet werden.
Das Feuerwehrinspektorat des Kantons Basel-Landschaft allerdings erhob gegen die Reduzierung der Anzahl Stützpunkte Einwände. So wäre die Erfüllung der Pflichten als Ölwehrstützpunkt mit nur zwei regionalen Zentren nicht möglich. Die Einsatzräume würden entschieden zu gross und die entsprechenden Feuerwehren zu stark beansprucht. Insbesondere wurde zu Bedenken gegeben, dass Umweltschutz nicht zum Nulltarif zu haben sei. Die Feuerwehren seien mit entsprechenden Ölwehrgeräten auszurüsten, da die normale Feuerwehrausrüstung für die Ölwehr ungeeignet wäre. Ausserdem stellte das Feuerwehrinspektorat den politischen Gremien zur Diskussion, dass „die Baudirektion und das Wasserwirtschaftsamt mit einer Werkhofequipe (z.B. Werkhof Autobahn N2 Sissach) eventuell unter Beizug privater Firmen die Ölwehraufgaben voll übernehmen und die Feuerwehren gänzlich davon ausklammern“.
Auch der Regierungsrat schliesst sich in einer erneuten Sitzung am 29. August 1972 der Meinung des Feuerwehrinspektorates an und hält an der Schaffung von vier Ölwehrstützpunkten im Kanton Baselland fest.

... aber nur zwei Stützpunkte realisiert
Trotz allem haben anscheinend finanzpolitische Sachlagen dazu geführt, dass der Landrat in seiner Sitzung vom 11. Januar 1973 aus Sparsamkeitsgründen nur einen Kredit in der Höhe von 275'000.-- Franken für die Ausrüstung von ZWEI Ölwehrstützpunkten bewilligt hat. Durch den Wegfall zweier Stützpunktgebiete waren die Einsatzgebiete neu festzulegen. Die landrätliche Empfehlung, Birsfelden und Sissach als Ölwehrstützpunkte vorzusehen, betrachteten Feuerwehrinpektorat und Wasserwirtschaftsamt (Trägerin der Ölwehr) unter den gegeben Umständen als sinnvoll und zweckmässig.
Dennoch erhoben Gemeinde und Feuerwehr Birsfelden zunächst Einsprache gegen die Ernennung der Birsfelder Feuerwehr zum Ölwehrstützpunkt. Es ging dabei allerdings nicht generell gegen die Ölwehraufgaben als solches, sondern vielmehr darum, der Regierung vor Errichtung und Inbetriebnahme des ersten Stützpunktes kund zu tun, dass der Kanton Basel-Landschaft vier Stützpunkte brauche. Doch die geografische Lage in unmittelbarer Nähe zu den Hafenanlagen in Birsfelden/Muttenz-Au - einem eigentlichen Ölumschlags- und Verteilzentrum - und zur Autobahn-Auffahrt war Birsfelden prädestiniert und musste allein schon deshalb als Ölwehrstützpunkt „dranglauben“.
Es stand für die Birsfelder Feuerwehrleute jedoch ausser Frage, die übertragenen, neuen Aufgaben mit viel Engagement anzupacken und den Ölwehrstützpunkt Birsfelden nach Kräften aufzubauen.

Einweihung der ersten Ölwehr-Fahrzeuge

Als vorläufiger Höhepunkt konnten so schliesslich am Freitag, 7. Dezember 1973 in einer Feierstunde die beiden Ölwehrfahrzeuge auf Unimog-Basis den Stützpunktfeuerwehren Birsfelden und Sissach übergeben werden. Die Anschaffung der Fahrzeuge und des Materials erfolgte durch den Kanton Basel-Landschaft. Das Wasserwirtschaftsamt (heute Amt für Umweltschutz und Energie AUE) führt die Betriebsrechnung und verrechnet die Einsatzkosten im Schadensfall an den jeweiligen Verursacher. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur einen Tag nach der Übergabe des Ölwehr-Unimogs fand am 8. Dezember 1973 ein Tag der offenen Ölwehrstützpunkt-Tür im Feuerwehrdepot Birsfelden statt. Aus diesem Anlass äusserte sich der damalige Kommandant kritisch in der lokalen Presse: „Als Ölwehrstützpunkt gewählt zu werden, erfüllt die Feuerwehr mit berechtigtem Stolz, aber auch mit einigen Sorgen. Wir müssen uns vor Augen halten, dass nicht nur einfach ein neues Fahrzeug im Depot steht, sondern dass uns mit der Übernahme zusätzliche ungeahnte Mehrleistungen überbunden werden. Reicht der Bestand der Feuerwehr Birsfelden aus, um den ununterbrochenen Ölwehreinsatz zu gewährleisten?“
Bereits eine Woche später fanden die ersten Ölwehrübungen in den Feuerwehren statt, bei denen die Mannschaft in der Bedienung der Ölwehrgerätschaften und im Vorgehen bei Ölunfällen geschult wurden.

Birsfelden ist Ölwehrstützpunkt
Somit ist die Feuerwehr Birsfelden seit Anfang 1974 Ölwehrstützpunkt für den unteren Kantonsteil. Für den oberen Kantonsteil nimmt (Grenze bei Hülftenschanz/Frenkendorf) die Feuerwehr Sissach die Ölwehraufgaben wahr.
Per 1.1.1994 wechselte das Laufental nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen vom Kanton Bern zum Kanton Basel-Landschaft. Um fortan auch diesen Kantonsteil abzudecken, wurde der Laufentalvertrag des Kantons Basel-Landschaft entsprechend angepasst und die Stützpunktfeuerwehr Laufen zum Ölwehrstützpunkt ernannt und entsprechend ausgerüstet. Es gibt also seither neben Birsfelden und Sissach einen dritten Ölwehrstützpunkt im Baselbiet. Daneben verfügt heutzutage jede Ortsfeuerwehr über eine Mindestausstattung an Ölwehrgeräten, so dass die Stützpunkte nur noch zur Hilfeleistung bei grösseren Schadensfällen aufgeboten werden müssen. Alle drei kantonalen Ölwehrstützpunkt sind dem Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) in Liestal sowie in letzter Instanz der kantonalen Bau- und Umweltschutzdirektion unterstellt.
Schon bald einmal wurde nach den ersten Einsätzen vor allem in Birsfelden deutlich, dass die „ab Stange“ gekauften Unimog-Fahrzeuge zu wenig Platz für die umfangreichen Gerätschaften der Ölwehr hatten. Gab man sich anfangs noch mit den beengten Platzverhältnissen zufrieden, so wurde die Situation zu Beginn der 80er Jahre immer unhaltbarer. Deshalb wurde 1982 ein einachsiger Ölwehranhänger vom AUE angeschafft, auf dem wenigstens der Ölbinder seinen Platz fand.

Ölwehr auf dem Rhein
Gemäss Pflichtenheft ist die Ölw
ehr Birsfelden auch für Einsätze auf Gewässern, vorab auf dem Rhein, zuständig. Doch wie sollte man auf dem Wasser schwimmenden Öllachen begegnen, wenn kein geeignetes, feuerwehreigenes Wasserfahrzeug zur Verfügung stand? So wurde 1983 ein Aluminium-Arbeitsboot in Dienst gestellt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde für das Boot auch ein Aussenbordmotor (!) und ein Transportanhänger beschafft (siehe: Feuerwehr Birsfelden - zu Lande und zu Wasser im Einsatz).

Die bisherigen Bekämpfungsmassnahmen von Ölabflüssen auf dem Rhein beschränkten sich auf das Auslegen von ölsaugenden Schläuchen und Kissen. Die Erfahrungen aus vergangenen Schadenereignissen zeigten jedoch, dass ihre Wirksamkeit verhältnismässig bescheiden ist.
Im Bemühen um eine einwandfreie Wahrnehmung sämtlicher Ölwehraufgaben forderten die verantwortlichen Personen des Ölwehrstützpunktes Birsfelden schon mehrmals die Bereitstellung von zweckmässigem Sperrmaterial, mit welchem Ölabgänge auf dem Rhein zurückgehalten, kanalisiert und dem Gewässer entnommen werden können.


Eine mobile Ölsperre wird angeschafft
Deshalb wurde im Oktober 1985 vom AUE ein Ölsperrenanhänger mit 200 m Ölsperre des Typs RR 22 „Rhine-Rhone“ bestellt, welcher am 30.04.1986 in Dienst gestellt werden konnte. Noch heute ist diese transportable Schnelleinsatzsperre die einzige in der ganzen Region Basel!! Im Jahre 2001 wurden alle Sperrenelemente runderneuert und mit einer blauen Beschriftung versehen. Zudem wurden diverse Detailverbesserungen an der Sperre vorgenommen, so dass das Spezialgerät nunmehr wieder auf dem neuesten Stand der Ölwehr-Technik ist.


OLIO“ tritt an - Ersatz für den Ölwehr-Unimog
Nachdem das Fahrzeug der ersten Ölwehr-Stunde in die Jahre gekommen ist und Reparaturen und Unterhalt immer teurer geworden sind, machte man sich gegen Ende der 80er Jahre Gedanken über eine Ersatzbeschaffung für den Unimog. Unter massgeblicher Beteiligung von den drei Ölwehrverantwortlichen der Birsfelder Feuerwehr entstand so in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizer Aufbauhersteller Vogt AG in Oberdiessbach BE ein völlig neuartiges Spezialfahrzeug für Ölwehren als Prototyp. Der Einsatzwagen wurde auf einem 14 t-Mercedes-Chassis aufgebaut und verfügt u.v.a. über einen festeingebauten 20 kVA-Stromgenerator, eine ELRO-Umfüllpumpe, eine 8 t-Spillwinde und einen eingebauten Silo für Ölbindemittel! Mittlerweile sind nicht nur bei den beiden anderen Ölwehrstützpunkten Sissach und Laufen, sondern auch bei Feuerwehren in der ganzen Schweiz (u.a. in Thun, Langenthal und Biel) total rund ein Dutzend gleichartige Fahrzeug nach „Birsfelder Bauart“ erfolgreich im Einsatz!

Anlässlich der Hauptübung 1990 wurde das neue Ölwehr-Fahrzeug auf den klingenden Namen „OLIO“ getauft. Der Name entsprang einem Kinder-Wettbewerb an Birsfelder Schulen und stammt aus der Klasse eines ehemaligen Offiziers der Feuerwehr Birsfelden...!


Unimog hat noch nicht ausgedient
Etwa zwei Drittel der Ausrüstung des neuen Fahrzeuges befand sich vorher auf dem Unimog, welcher nach Inbetriebnahme des „OLIO“ zum „rollenden Vorratslager“ umgebaut worden ist. Dies geschah deshalb, weil auf dem Neuwagen - bedingt durch die Vielzahl an Spezialgerätschaften - praktisch kein Platz mehr für Ölbindemittel übrig blieb. Zwar befinden sich im rückwärtigen ausziehbaren Silobehälter rund 300 kg Ölbinder für den Einsatz auf Strassen und asphaltierten Flächen. Diese Menge reicht aber nur bei kleineren Havarien und für einen Ersteinsatz aus. Bei grösseren Ereignissen muss umgehend für Nachschub gesorgt werden. Diese Aufgabe konnte vom Vorgänger in geradezu idealer Weise noch ausgeführt werden. Zum Verstauen von weiterem Strassen-Ölbinder brauchten im Aufbauinnern lediglich einige Einteilungen und Einbauten entfernt zu werden. Ansonsten mussten an diesem Fahrzeug - bis auf den Abbau der störungsanfälligen Vorbauseilwinde - keine Umbauten vorgenommen werden.


Gut gerüsteter Ölwehrstützpunkt Birsfelden
Mit dem neuen „OLIO“ erhielt der Ölwehrstützpunkt Birsfelden ein vielseitig einsetzbares Umweltschutzfahrzeug, welches ganz nach den örtlichen Gegebenheiten geplant und gebaut werden konnte. Es ist so möglich geworden, Umweltschädigungen - nicht nur durch Öl - sehr viel besser entgegen zu treten. Die Beschaffung des „OLIO“ unterstreicht auch die gute Zusammenarbeit mit dem AUE.
„OLIO“ ist wie alle Fahrzeuge und Geräte der Ölwehr Eigentum des Kantons Basel-Landschaft und wird auch von ihm finanziell unterhalten. Die Feuerwehr Birsfelden übernimmt vollumfänglich zu Lasten des Kantons Einsatz, Pflege und Wartung sämtlicher Gerätschaften.
Zudem verfügt der Stützpunkt Birsfelden über umfangreiche Vorräte an Bindemitteln in unterschiedlichster Form. So wird Ölbinder als Streugut, als Kissen, als schwimmende Sperren, als Vliesmatte oder in loser Form für alle möglichen Ereignisse vorgehalten.


Günstiger Kauf eines „neuen“ Ölwehr-Fahrzeuges - Definitive Ausmusterung des Unimog
Als am 14. Juni 1997 anlässlich der Versteigerung von Fahrzeugen und Geräten der ehemaligen Hafenfeuerwehr Baselland ein Mercedes-Gerätewagen günstig erstanden werden konnte, wurde der Unimog definitiv in Pension geschickt. Er soll dem Vernehmen nach als Wohnmobil zweckentfremdet noch immer im Einsatz stehen. Der Gerätewagen konnte zum Kaufpreis von Fr. 7'000.-- ersteigert werden und wurde im Sommer 1997 bei der Firma Carrosserie Wenger grundlegend nach Plänen der Ölwehr Birsfelden umgebaut. So verfügt das Occasionsfahrzeug heute neben der serienmässigen, grossen Mannschaftskabine über einen begehbaren, mittleren Geräteraum, in dem u.a. Umfüllpumpen, Bachsperren, Räumgeräte und ein ex-geschützter Elektrolüfter untergebracht sind. Daran schliesst nach einer durchgehenden Trennwand ein heckseitiger Geräteraum an, wo Bindemittel und Streuwagen für Ölspuren eingeräumt sind. Einzig der Name „VENUS“ erinnert noch an die Zeiten der Hafenfeuerwehr Baselland, denn auch dort hatten die Einsatzwagen bereits Namen getrag
en. Allerdings hat der Ausbauhersteller seinen Firmenschriftzug so geschickt an der Fahrzeugfront angebracht, dass Feuerwehrleute zuerst gedacht haben, das Auto heisse „WENGER“... Der Unimog übrigens soll dem Vernehmen nach als Wohnmobil zweckentfremdet noch immer im Einsatz stehen.

Ersatz für die „VENUS“ in Sicht
Ende 2003 wurden erste Gedanken gefasst über einen Ersatz der in die Jahre gekommenen und untermotorisierten „VENUS“. Vor allem bei längeren Anfahrten mit Anhänger nach Augst oder Sissach gelangte das 30-jährige Fahrzeug regelmässig an seine Grenzen. Das Erstkonzept der Ölwehr Birsfelden sah als Ersatz von
Venus und Anhänger ein 13 t-Fahrzeug mit Modulen und evtl. Ladekran vor.
Ebenfalls in dieser Zeit wurden die Gewässerschutzmassnahmen im Kanton Basel-Landschaft aufgrund einer Gefahrenanalyse und daraus folgenden Sperreneinbaustellen intensiviert. Ausserdem wurde nach Einsätzen in Augst bei der Ergolzmündung die Problematik der langen Rüstzeit mit dem im Aargau vorgesehenen Einsatzkonzept und der Verteilung der Mittel (zum Einsatz in Kaiseraugst kommen die Ölwehrstützpunkte Aarau und Wettingen) angesprochen. Als Lösung anerbot sich, dass der Stützpunkt Birsfelden die Ölwehr auf dem Rhein im Bereich Kaiseraugst bis Rheinfelden“ übernehmen würde.
Aufgrund der nunmehr veränderten Ausgangslage (für die Übernahme der neuen Aufgaben wurde zusätzliches Material nötig), wurde das Fahrzeugkonzept im Herbst 2004 überarbeitet. Die Verantwortlichen der Ölwehr Birsfelden schlugen dem AUE BL zwei 6 t-Fahrzeuge mit Modulen, die sich gegenseitig ergänzen, vor. Es sollte kein separater neuer Ölsperrenanhänger (für Gewässerschutz bei Augst und auf dem Rhein im Kanton AG) für zusätzliche 120 m Ölsperre angeschafft werden, da das Sperrenmaterial auf einem Spezialmodul im einen Fahrzeug mitgeführt werden könnte.
Nach verschiedenen technischen Problemen (u.a. hatte Mercedes die Produktion des 6 Tonnen-Allrad-Sprinters eingestellt und der ursprünglich beauftragte Aufbauhersteller die Produktion von Feuerwehrfahrzeugen kurzfristig aufgegeben!) und dem Übergang der Zuständigkeit für die Ölwehr vom AUE BL zum Amt für Militär und Bevölkerungsschutz Basel-Landschaft (bereits Trägerin der Wasserrettung auf dem Rhein) wurden schliesslich bei der in Birsfelden bestens bekannten Firma Vogt AG in Oberdiessbach BE zwei Ölwehr-Modulfahrzeuge bestellt. 

Modulfahrzeuge für den Ölwehrstützpunkt Birsfelden
Mit grosser Freude konnte die Ölwehr Birsfelden am 12. Januar 2008 die beiden neuen Einsatzfahrzeuge samt Modulen übernehmen.
Die beiden Gerätewagen GW-Klein und GW-Ölsperre sind zweieiige Zwillinge: aufgebaut auf demselben Mercedes-Chassis vom Typ Vario 818 DA 4x4 DK, aber mit zwei verschiedenen Radständen (3700 resp. 4250 mm). Aufbauhersteller bei beiden Fahrzeugen ist die Firma Vogt AG, Oberdiessbach; beide Wagen sind mit einem Lichtmast Typ StemLite 400 STD ausgerüstet.

Die Eckpunkte der neuen Fahrzeuge:

GW-Klein:

Aufgaben:
- Nachschubtransporte Bindemittel Gewässer
- Unterstützung Gewässereinsätze
- Kleinhavarien
- Ölspurbeseitigung
- Verkehrsdienst / Absperrungen
- Schadenplatzbeleuchtung
- Anhängertransporte (Lichtmast, Ölsperre etc.)

Standardbeladung:
- Gerätschaften zur Entlüftung von Kanalisationen und Schächten
-
Stromaggregat
-
Pumpen
-
Auffangbehälter
-
Schutzbekleidung und Schwimmwesten
-
2 Module mit Bindemittel Strasse und Streuwägeli samt Zubehör
-
Sackkarre mit Absperrmaterial

GW-Ölsperre:

Aufgaben:
-
Ölsperren errichten auf grösseren Fliessgewässern wie Ergolz, Birs und Rhein
-
Ölsperren errichten auf Bächen wie Birsig, Marchbach u.ä. oder auf Teichen und anderen Gewässern im Stützpunktgebiet
-
Nachschubtransporte Bindemittel Gewässer und Strasse
-
Unterstützung Ölwehreinsätze mit Material-/Personaltransport
-
Schadenplatzbeleuchtung
-
Anhängertransporte (Lichtmast, Ölsperre etc.)

Standardbeladung:
-
1 Grossmodul mit 120 m Ölsperre Typ Rhine-Rhone, einsatzbereit aufgehaspelt
-
Gerätschaften zur Erstellung von Bachsperren
-
Div. Werkzeuge für Bachsperren (Siebschaufeln, Pfosten, Schöpfkelle etc.)
-
Div. Bretter für Bachsperren
-
Schutzbekleidung und Schwimmwesten 

Reserve-Module:
-
1 Modul beladen mit Rhodiasorb-Schlangen (schwimmende Vlies-Sperren)
-
1 Modul beladen mit Ölbindemittel schwimmend, für Gewässereinsätze
-
1 Modul beladen mit diversen verschiedenen Bindemitteln (Vliese, Kissen etc.)
-
1 Leermodul für Gerätetransport oder techn. Reserve

Das alte Ölwehrfahrzeug „VENUS“ und der Anhänger wurden vom Amt für Militär und Bevölkerungsschutz Basel-Landschaft (der kantonalen Dienststelle für die Ölwehr Basel-Landschaft) zurückgenommen und wird dort für seine künftige Aufgabe beim Kantonalen Kristenstab KKS umgebaut werden. Am 15. Januar 2008 hat die „VENUS“ nach gesamthaft 30 Dienstjahren bei Hafenfeuerwehr BL und Ölwehr Birsfelden die Reise nach Liestal angetreten und den Depotplatz verlassen.

Ausserdem neu im Fuhrpark der Ölwehr Birsfelden ist seit Dezember 2007 ein 50 ccm-Motorroller vom Typ Piaggio ZIP 50 4T. Das Kleinmotorrad wird bei Ölwehr-, aber auch bei Wasserrettungseinsätzen, zur raschen Erkundung und für Meldereinsätze entlang dem Rheinufer eingesetzt

Neues Fahrzeugkonzept an Einsatzübung getestet
Nach Inbetriebnahme der beiden neuen Fahrzeuge GW-Klein und GW-Ölsperre wurde das neue Einsatzkonzept 1:1 getestet. Am 8. März 2008 fand eine grossangelegte Einsatzübung in der Ergolzmündung bei Augst statt.

Einsatztaktik Schifffahrtsschleuse als Ölabscheider
Analog zur Situation in Birsfelden wurde auch in Augst die Spitze des oberen Vorhafens mittels der 200 Meter-Ölsperre verlängert. Dadurch entsteht eine Art Trichter, der durch den Sog des Kraftwerkes und der leicht geöffneten Schleuse das ausgelaufene Medium in die Schleusenkammer zieht. Dabei dient dann die Schleusenkammer als Ölabscheider; das Medium bleibt an der Oberfläche und das Wasser zieht unterhalb aus der Schleuse. Mittels Saugwagen kann dann das Öl einfach von der Oberfläche in der Schleuse abgesaugt werden.
Damit nun das Medium nicht durch Strömungen in der Ergolzmündung in ein Naturschutzgebiet getrieben werden kann, wurden zusätzlich 100 Meter Ölsperre angeschafft. Diese sind auf dem neuen GW-Ölsperre einsatzbereit auf einem Grossmodul aufgehaspelt und können innert Minuten nach Ankunft auf dem Schadenplatz zum Einsatz gebracht werden.
Zur Sicherung des Naturschutzgebietes braucht somit bloss das Schlauchboot der Feuerwehr Birsfelden eingewassert und die Sperre vom GW-Ölsperre abgerollt zu werden.

Ölsperren in Rhein und Ergolz
Zum Ausbringen der beiden Sperren stehen verschiedene Schiffe im Einsatz:
-   FLB BL: Punktgenaues Ausbringen des Ankergeschirrs mittels Kran und GPS-Ortung
-   RRB Rheinfelden: Ziehen der 200 m-Sperre ab Sperrenanhänger bis zum Eintreffen des FLB BL bzw. Halten der Sperre, bis der Anker vom FLB gesetzt ist
-   Ölwehrboot Neptun: Erkunden der Lage beim Havaristen (Ex-Schutz)
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Schlauchboot Birsfelden: Ziehen der 100 m-Sperre in der Ergolzmündung.

Eine ganz ähnliche Einsatztaktik wird seit Jahren schon erfolgreich in Birsfelden bei der dortigen Kraftwerkinsel angewendet. Dort fehlt einzig die 100 m-Sperre, weshalb auch das Boot aus Rheinfelden nicht benötigt wird. Ausserdem entfällt bei einem Einsatz in Birsfelden die zeitraubende Schleusung von FLB und Ölwehrboot.
Diese Einsatztaktik und auch die zugehörigen Einsatzmittel wie ex-geschütztes Boot, GW-Ölsperre und GW-Klein sind weltweit wohl einmalig, da die Problematik des Einbaus von Sperren in Fliessgewässern und des Ölumschlags ausserhalb von geschützten Hafenbecken so nur auf diesen beiden Rheinabschnitten vorkommt.
Der Ölwehrstützpunkt Birsfelden ist für Gewässerschutzmassnahmen auf dem Rhein in drei Abschnitten tätig: Rheinfelden bis Schleuse Augst, unterhalb Schleuse Augst bis Schleuse Birsfelden sowie unterhalb Schleuse Birsfelden bis zur Kantonsgrenze Basel-Stadt.

Fahrzeuge des Ölwehrstützpunktes Birsfelden (Stand Anfang 2008)
 

Anschaffungsjahr Fahrzeug/Anhänger/Boot
   
2007 Gerätewagen "GW Klein"
Mercedes-Benz Vario 818 DA 4x4 DK/3700/Vogt-Aufbau
Beladung: Pumpen, Auffangbehälter, Stromgenerator, Scheinwerfer, Absperrmaterial, Schutzanzüge, Schwimmwesten, Module mit Streuwägeli und Bindemittel Strasse
2007 Gerätewagen "GW Sperre"
Mercedes-Benz Vario 818 DA 4x4 DK/4250/Vogt-Aufbau
Beladung: Bachsperrenmaterial, Bretter, Siebsperren, Schöpfwerkzeuge, Schwimmwesten, Grossmodul mit 120 m Rhine-Rhone-Sperre
Zusammen mit 4 Modulen, die mit unterschiedlichen Bindemitteln für den Gewässereinsatz beladen sind. Die Module können alternativ mit dem GW-Klein oder dem GW-Ölsperre zum Einsatzort gefahren werden.
2007 Ölwehrmodule
Zusammen mit GW-Klein und GW-Ölsperre wurden die folgenden Rollwagen für den Nachschub beschafft:
- 1 Modul beladen mit Rhodiasorb-Schlangen (schwimmende Vlies-Sperren)
- 1 Modul beladen mit Ölbindemittel schwimmend, für Gewässereinsätze
- 1 Modul beladen mit diversen verschiedenen Bindemitteln (Vliese, Kissen etc.)
- 1 Leermodul für Gerätetransport oder techn. Reserve
2007 Ölwehr-Roller
50 ccm-Motorroller vom Typ Piaggio ZIP 50 4T für Erkundungs- und Melderfahrten entlang des Rheins
1990 Ölwehrfahrzeug „OLIO“
Mercedes-Benz 1428 AF/Vogt-Aufbau
Beladung: Umfüllpumpe ELRO, Auffangbecken in unterschiedlicher Ausführung mit total über 20‘000 Litern Auffangvolumen, Bindemittel-Silo, Einbau-Stromgenerator, Ölsperren, Kanaldichtkissen, funkenreies Werkzeug u.v.a.m.
1990 Ölwehr-Arbeitsboot „NEPTUN“
5,7 m langes, Spezial-Arbeitsboot, ex-geschützter Betrieb möglich, mit Bugklappe und Schleppvorrichtung für Ölsperre
1986 Ölsperren-Anhänger
Zweiachs-Tandem-Anhänger
mit 200 m Schnelleinsatz-Ölsperre Typ Rhine-Rhone