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Rheinrettung

           

Feuerwehr Birsfelden – Personen- und Tierrettung aus dem Rhein
Wie unter „zu Lande und zu Wasser im Einsatz“ erwähnt, rückt die Feuerwehr Birsfelden auch zu Unfällen und Hilfeleistungen auf Gewässern aus. Die Flüsse Rhein und Birs bilden dabei natürlich das Haupteinsatzgebiet. Die Feuerwehr Birsfelden ist gemäss der „Einsatzplanung Rhein“ für den Abschnitt zwischen den Schleusen Augst und Birsfelden auf rund 10 Stromkilometern zuständig. Aber auch am Birskopf oder im unteren Schleusenvorhafen sind Einsätze denkbar.

Für die umfangreichen Aufgaben des Wassereinsatzes stehen den Feuerwehrleuten die folgenden Wasserfahrzeuge zur Verfügung:
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1 Ölwehr-/Rettungsboot, Fabrikat Lehmar, 5,7 m lang, mit Bugklappe und Volvo-Penta Inbord-Dieselmotor, ex-geschützte Spezialanfertigung, Jahrgang 1992
- 1 Schlauchboot auf Trailer, Fabrikat ZODIAC MK2 Futura, 4.1 m lang mit Aussenbordmotor, Jahrgang 2010.

Das Ölwehr-/Rettungsboot ist ständig einsatzbereit im Bootshaus auf der Kraftwerkinsel gewassert. Im Winter wird der Dieselmotor des Bootes vorgewärmt.

Das Schlauchboot ist das einzige mobile Wasserfahrzeug in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt, welches auf dem Landweg unverzüglich zum Einsatz gebracht werden kann! Alle anderen Boote müssten zuerst ausgewassert und auf Trailer verladen werden.

Wasser-Rettungsstützpunkt seit 01.01.2005
In der Vergangenheit waren die Trägerschaft, aber auch die Zuständigkeiten nicht immer klar geregelt. Ein erster grosser Schritt war die Anfertigung der „Einsatzplanung Rhein“. In diesen Einsatzdispositiven ist das Vorgehen im Ereignisfalle von der Alarmierung bis zu den Zuständigkeiten geregelt.

Das Ölwehrboot wird vom Eigentümer, dem AUE Basel-Landschaft, natürlich primär für Ölwehreinsätze bereitgehalten, aber selbstverständlich auch für die Mensch- und Tierrettung zur Verfügung gestellt. Allerdings lag die Zuständigkeit dafür eigentlich nicht bei dieser Amtsstelle. Im Amt für Militär- und Bevölkerungsschutz Basel-Landschaft (AMB) konnte ein Partner gefunden werden, der die Ausbildung, den Materialunterhalt und den Einsatz speziell für das Rettungswesen auf dem Rhein finanziert.

Somit konnte am 1. Januar 2005 offiziell der Startschuss für die Personen- und Tierrettung aus dem Rhein gegeben werden.

Ausrüstung wird laufend ergänzt
Zur Rettung aus Fliessgewässern bedarf es spezieller Gerätschaften. Im Laufe des Jahres 2005 konnten zwei Rettungsrucksäcke und ein schwimmendes Spine-Board (Rettungsbrett) beschafft werden. In den Rucksäcken ist Ersteinsatzmaterial wie Wurfleinen, Beatmungsmasken oder Teleskophaken zur Personenrettung enthalten. Das schwimmende Spine-Board dient zur schonenden Rettung von verletzten Personen. Herkömmliche derartige Rettungsmittel sind zu schwer und gehen unter, weshalb dieses spezielle Gerät aus Kunststoff angeschafft wurde.

Gut ausgebildet auf dem Rhein
Alle Bootsführer der Feuerwehr Birsfelden haben die Prüfung zur Führung von Motorschiffen der Kategorie A abgelegt und haben – wie übrigens alle Angehörigen der Birsfelder Feuerwehr – eine Ausbildung in CPR (Cardio-pulmonale Reanimation = Herz-Lungen-Wiederbelebung) absolviert. 

Ausserdem besteht eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt, welche die beiden grossen Feuerlöschboote BS und BL betreibt. Deren Schiffsführer mit Kapitänspatent schulen die Bootsführer der Birsfelder Feuerwehr laufend in Seemannschaft, Manövern und Schiffstechnik.

Übung macht den Meister
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Ereignisdienste auf dem Rhein wird regelmässig an Einsatzübungen überprüft. Zuletzt am 9. August 2004, als eine gross angelegte Alarmübung auf dem Rhein bei Schweizerhalle stattfand. Damals wurde davon ausgegangen, dass ein Gütermotorschiff in Brand gerät und brennend einen mit 20 Personen besetzten Weidling rammte. An der ersten Grossübung dieser Art nahmen neben der Feuerwehr Birsfelden auch die Berufsfeuerwehr Basel, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die Hafenpolizei, die Sanitätsdienste aus Basel und Liestal sowie die Freiwillige Feuerwehr von Grenzach-Wyhlen teil.

IG NORD
Ebenfalls erst seit kurzer Zeit existiert unter dem Kürzel IG NORD ein loser Zusammenschluss aller Ereignisdienste, welche bei einem Unfall, einem Brand oder einer Schiffshavarie auf dem Rhein tätig werden (IG NORD = Interessengemeinschaft Notfall Organisationen Rhein Dreiländereck). Diese IG, welche im Frühjahr 2005 unter der Federführung der Feuerwehr Birsfelden und der Berufsfeuerwehr Basel gegründet worden ist, ist trinational verankert, da Ereignis- und Rettungsdienste aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz darin vertreten sind. Die Vereinigung dient dem Erfahrungsaustausch und soll den Ernstfalleinsatz über die Grenzen hinweg erleichtern. Sie bildet auch die Basis für die Ausrichtung der Grossübungen und der gemeinsamen Ausbildungseinheiten für Wasserretter im Dreiland.

Ein neues Schlauchboot für die Wasserrettung
Mit Indienststellung des neuen Schlauchbootes Ende Juni 2010 erfuhr der Wasserrettungs-Stützpunkt eine Aufwertung der Schlagkraft.
Das alte Schlauchboot aus dem Jahr 1995 hatte seinen Einsatzzweck ideal erfüllt, war aber nach 15 Jahren Dienstdauer technisch verbraucht und am Ende seiner Lebensdauer. Der Holzeinlegeboden, die Gummiwulste und auch der Motor sorgten gegen Ende der Dienstzeit immer öfter für Probleme.
Nach Sprechung der nötigen Gelder konnte im 1. Halbjahr 2010 die Ersatzbeschaffung eingeleitet werden. Neu gekauft wurde ein Schlauchboot Typ ZODIAC Futura MK2 mit einem Viertakt-YAMAHA-Aussenbordmotor. Der bisherige Bootstrailer musste aufgrund der grösseren Abmessungen des neuen Bootes geringfügig angepasst werden und steht vorerst noch weiterhin im Dienst.
Erstmals verfügt ein Einsatzboot der Feuerwehr Birsfelden über ein Martinshorn und LED-Blaulichtblitzer. Die Positionslaternen sind ebenfalls in LED-Technik ausgeführt, was die Helligkeit entscheidend verbessert und den Energieverbrauch drastisch senkt.
Auch bezüglich Ausstattung braucht sich das neue Rettungsschnellboot nicht zu verstecken. Neuartig für ein Schlauchboot ist auch eine grosse Effektentasche im Bugbereich sowie eine Sitzbank für den Bootsführer.
Durch die etwas grösseren Abmessungen hat die Mannschaft bei einer Wasserrettung nun mehr Platz an Bord für die Erstmassnahmen nach einer Personenrettung (CPR). Auch für Ölwehreinsätze ist das neue Boot ausgezeichnet geeignet. Durch den etwas stärkeren Motor sind ausreichend Leistungsreserven vorhanden, um die Ölsperre in Augst bei der Ergolzmündung zu ziehen oder Unterstützung zu leisten.
Als Sahnehäubchen erhielt das neue Schlauchboot als Kennzeichen standesgemäss die Nummer „BL 118“!